Sicher unterwegs auf drei Rädern – das E-Dreirad

Eine ältere Frau auf einem E-Dreirad steht neben einem älteren Mann, der auf einer Bank sitzt.
Foto: Anna Fehmel / VCD

Pedelecs mit drei Rädern sind ideal für Menschen, die sich auf einem herkömmlichen Zweirad unsicher fühlen oder Probleme mit dem Gleichgewicht haben. Auch wer etwa nach einer Hüftoperation keinen Sturz riskieren darf oder ein Bein weniger belasten kann, kann mit einem Dreirad weiterhin aktiv und selbstbestimmt mobil bleiben. Im Gegensatz zum Zweirad ist beim Dreirad ein sicheres Aufsteigen ohne Balancieren oder mögliches Umfallen des Rades gewährleistet. Auch Stehenbleiben und sehr langsames Fahren sind – im Gegensatz zum herkömmlichen Fahrrad – problemlos möglich.

Doch auch für Menschen, die einfach nur den bequemen Fahrspaß suchen, sind E-Dreiräder – als Sessel- oder Liegerad – eine interessante Option.

Die meisten Dreiräder haben ein Vorderrad und zwei Hinterräder. Es gibt jedoch auch Modelle, die vorne zwei Räder und hinten ein Rad besitzen (sogenannte Frontdreiräder). Dies kann den Vorteil haben, dass auch ungeübte Fahrer die Breite des Dreirades gut einschätzen und es sicherer durch Hindernisse (z.B. Poller) manövrieren können.

Gerade bei Dreirädern spielt die Elektro-Unterstützung ihre besonderen Vorteile aus. Das höhere Gewicht und der vergleichsweise höhere Rollwiderstand eines Dreirades werden durch den E-Antrieb mehr als wettgemacht. Steigungen, Gegenwind und lange Strecken können so ohne sich zu überanstrengen gut bewältigt werden. Durch den »eingebauten Rückenwind« sind auch bei Einschränkungen wieder längere Radtouren mit der Familie und Freunden möglich.

Reha-Dreirad
Foto: www.vanraam.com

Typen-Vielfalt

Klassisches Dreirad: Das klassische Dreirad, wie man es aus dem Reha-Bereich kennt, hat in der Regel ein Vorderrad und zwei Hinterräder, seltener ein Hinterrad und zwei Vorderräder. Häufig findet man es auch unter dem Begriff »Shopping-Dreirad«. Gesessen wird zumeist in aufrechter Position auf einem herkömmlichen Fahrradsattel. Der Lenker ist ein herkömmlicher Fahrradlenker. Aufgrund ihres relativ hohen Schwerpunktes sind diese Räder allerdings nur für langsames Fahren geeignet. Sonst können sie in Kurven leicht kippen. Häufig haben diese Dreiräder keine Motor-Unterstützung, können jedoch zumeist entsprechend nachgerüstet werden.

Sessel-Dreirad
Foto: www.vanraam.com

Sessel-Dreirad: Der bequeme, etwa stuhlhohe Sitz mit Rückenlehne macht das Sessel-Dreirad zu einem Gefährt für alle, die es komfortabel mögen. Aufgrund der im Vergleich zum klassischen »Reha-Dreirad« niedrigeren Sitzposition können Sie auch beim Halt entspannt sitzen bleiben und können jederzeit  beide Füßen auf den Boden stellen. Der im Vergleich zum klassischen Dreirad niedrigere Schwerpunkt führt zudem dazu, dass diese Dreiräder kippsicherer und damit auch in Kurven schneller gefahren werden können. Aufgrund ihrer an einen Chopper erinnernden Anmutung wirken moderne Sessel-Dreiräder sehr trendig  und sind ein echter Hingucker. Es gibt auch Modelle, bei denen der Lenker unter dem Sitz und die Griffe rechts und links davon angebracht sind. Diese Lenkweise ist zwar zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch gut erlernbar. Sessel-Dreirad-Modelle gibt es in der Regel wahlweise mit oder ohne Elektro-Unterstützung.

Liege-Dreirad mit Elektrounterstützung
Foto: www.hpvelotechnik.com | pd-f

Liege-Dreirad: Liege-Dreiräder sind – wie Liegeräder generell – oft noch immer vor allem etwas für Enthusiasten. Wie es der Name schon nahelegt, sitzt der Fahrer beim Liege-Dreirad in der Regel sehr tief: Zum Teil beträgt die Sitzhöhe gerade 20 Zentimeter. Es gibt jedoch auch Modelle mit Sitzhöhen von bis zu 63 Zentimetern – hierbei sind die Grenzen zum Sessel-Dreirad fließend. Der Sitz verfügt über eine häufig ergonomisch geformte Rückenlehne. Getreten wird zumeist nach vorne oder vorne-oben. Die Lenkung befindet sich meist unter dem Sitz, die Lenkergriffe sind rechts und links davon angebracht. Diese Lenkweise ist zwar zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch gut erlernbar. Die vergleichsweise flache Sitzposition führt zu einem geringeren Luftwiderstand, wodurch der Kraftaufwand beim Radeln sinkt. Aufgrund der geringen Höhe besteht jedoch die Gefahr, dass Liegeräder von anderen Verkehrsteilnehmern oft nicht gut wahrgenommen werden. Daher sollten sie in jedem Fall mit einem Fahrradwimpel ausgestattet sein. Auch hier haben Käufer in der Regel die Wahl, ob sie ein Modell mit oder ohne Motorunterstützung erwerben möchten.

Sessel-Dreiräder und Liege-Dreiräder mit bequemer, vergleichsweise hoher Sitzposition und vergleichsweise einfachem Einstieg werden oft unter dem Begriff »Komfort-Dreirad« zusammengefasst.

Einen Überblick über aktuelle E-Dreiräder - sowohl klassische als auch Komfort-Modelle - erhalten Sie in unserer E-Dreirad-Datenbank.

Neben den genannten Typen gibt es - ähnlich wie beim Fahrrad auch - eine große Bandbreite an Spezial-Dreirädern. Das reicht von speziellen Liege-Dreirädern aus den Offroad- und Mountainbike-Bereich über Dreirad-Tandems bzw. Parallel-Tandems, mit denen Paare, Freunde oder Patient und Betreuer zu gemeinsamen Fahrten aufbrechen können, spezielle Dreiräder, mit denen sich Rollstühle transportieren lassen, und E-Lasten-Dreiräder in allen Formen bis hin zu ausgefallenen vollverkleideten Velomobilen. Auf diese Sonderformen wird auf diesem Portal und auch in der E-Dreirad-Datenbank jedoch nicht weiter eingegangen.

Verkehrssichere Ausstattung

Egal ob klassisches, Sessel- oder Liege-Dreirad: Wie beim Zweirad auch gehören funktionierende Bremsen, Licht, Reflektoren und Fahrradklingel zur verkehrssicheren Ausstattung. Regelmäßige Wartung und Pflege – insbesondere nach längeren Fahrpausen – sollte ebenfalls selbstverständlich sein.
Für den richtigen Umgang mit dem Akku beachten Sie bitte die Hinweise zur Akku-Sicherheit.

Verkehrssicheres Verhalten

Für Dreiräder und E-Dreiräder, bei denen der Motor wie beim zweirädrigen Pedelec bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h beim Treten unterstützt, gelten die gleichen Verkehrsregeln wie für herkömmliche Fahrräder.

Benutzungspflichtige Radwege müssen auch von E-Dreirädern befahren werden, soweit dies hinsichtlich der Breite des Dreirades möglich ist. Gleiches gilt für Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. Sie dürfen zudem alle für Fahrräder freigegebenen Wege benutzen, sofern diese breit genug sind – beispielsweise Fahrradstraßen oder freigegebene Einbahnstraßen.

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