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älteres Paar fährt auf Pedelecs durch eine ländliche Umgebung
Foto: www.pd-f.de / koga.com

Fahrräder mit Elektroantrieb sind seit Jahren ein Verkaufsschlager: 2016 wurden nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) mehr als 600.000 Exemplare verkauft – Tendenz steigend. Damit erhöht sich ihre Anzahl bundesweit auf mehr als 3 Millionen. Rund 95 Prozent des Bestandes sind sogenannte Pedelecs. Sie stehen im Mittelpunkt des Projekts »Pedelec statt Auto – aber sicher!«. Wenn nicht anders beschrieben, werden die Begriffe »E-Rad« und »Pedelec« auf unserer Internetseite synonym verwendet.   

E-Räder kombinieren die positiven Eigenschaften des Fahrrades – umweltverträgliche Mobilität, Flexibilität, Unabhängigkeit, Steigerung der Fitness und Beweglichkeit, geringe Kosten – aufgrund des Elektromotors mit dem Vorteil des »eingebauten Rückenwindes«.

Dies macht Elektro-Fahrräder zu einer sinnvollen Alternative zum (eigenen) Auto – vor allem in Situationen, die mit einem herkömmlichen Fahrrad nicht oder nur unter Anstrengungen zu bewältigen sind. Besonders in bergigen Regionen wie auch im ländlichen Raum mit geringer ÖPNV-Dichte lassen sich mit E-Rädern viele Pkw-Fahrten ersetzen. Im Stadtverkehr sind Pedelecs gegenüber Autos – vor allem auf Strecken bis zu knapp neun Kilometern – häufig schneller von Tür zu Tür. Das gilt für den Weg zum Einkaufen genauso wie für den Arbeitsweg. Weil man beim E-Rad bei hoher Unterstützungsstufe nicht so stark in die Pedale treten muss, kommt man auch im Anzug kaum ins Schwitzen. Hosenbeine bleiben sauber, weil die meisten E-Räder einen geschlossenen Kettenkasten haben. Und größere Lasten (wie Einkäufe, Kinderanhänger) lassen sich mit wenig Anstrengung leicht transportieren. Für bestimmte Berufsgruppen kann das Pedelec sogar das Dienstfahrzeug ersetzen (bspw. häusliche Krankenpflege, Hausmeister, Pizzaservice).

Zudem können mit Hilfe der Elektrounterstützung beispielsweise altersbedingte Einschränkungen der physischen Leistungsfähigkeit ausgeglichen werden. Zum Pedelec-Fahren muss in die Pedale getreten werden. Daher trägt E-Radfahren dazu bei, Gesundheit und Fitness zu fördern, und schafft so auch für Ältere und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Möglichkeit, nachhaltig, aktiv und selbstbestimmt mobil zu sein.

Oft sind jedoch die vom herkömmlichen Fahrrad abweichenden (Fahr-)Eigenschaften des E‑Rades nicht hinreichend bekannt oder werden nicht richtig eingeschätzt. So sind Pedelecs in der Regel schwerer, weisen eine je nach Positionierung von Motor und Akku unterschiedliche Gewichtsverteilung auf und haben in der Regel eine stärkere Bremswirkung. Dies kann Schwierigkeiten bei der Handhabung bereiten, beispielsweise auf abschüssigen Strecken, in Kurven oder bei hohem Tempo. Auch die Beschleunigung kann je nach Modell und Unterstützungsgrad sehr unterschiedlich ausfallen und beim Anfahren irritierend wirken. Zudem können mit einem E-Rad auch untrainiert ungewohnt höhere Geschwindigkeiten erreicht werden.

Daher rücken mit der kontinuierlich steigenden Anzahl der Pedelec-Nutzer auch mögliche Risiken der E-Rad-Nutzung in den Fokus. Es zeichnet sich ab, dass insbesondere ältere Menschen, ein erhöhtes Unfallrisiko beim E-Radfahren aufweisen. Aber auch Menschen, die lange nicht Fahrrad gefahren sind, mangelnde Fitness oder physische Einschränkungen haben, fehlt es häufig an Wissen und Erfahrung im sicheren Umgang mit dem Pedelec.

Hier können neben Aufklärung zu Risiken und Informationen zum sicheren E-Radfahren vor allem Pedelec-Kurse Abhilfe schaffen, in denen unter Anleitung sicheres Fahren mit dem E-Rad geübt wird. Das Auffrischen von Kenntnissen der Verkehrsregeln sowie das Aufzeigen von Unfallrisiken sind in der Regel Bestandteil dieser Kurse und tragen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit der Teilnehmer bei. Bislang werden Pedelec-Kurse nur vereinzelt und vergleichsweise selten angeboten und variieren in Ausrichtung, Intensität und Art der Vermittlung teils stark. Zudem sind die Angebote für Verbraucher oft nur mit größerem Rechercheaufwand zu finden und hinsichtlich ihrer Eignung für die jeweiligen Bedürfnisse schwierig einzuschätzen. Hier leistet das Projekt »Pedelec statt Auto – aber sicher!« mit seiner bundesweiten Online-Übersichtskarte zu Pedelec-Kursen Abhilfe.

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